Funktionale Sicherheit: Sicherheitskomponenten zu Beginn der Konstruktionsphase einplanen
Ein häufiger Fehler bei der Konstruktion von Steuerungssystemen oder Maschinen ist, Sicherheitsmaßnahmen zu spät in die Konstruktionsphase einzubeziehen. Warum eine frühe Einplanung von Sicherheitskomponenten wichtig ist, erklärt Maarten Haulet, Anwendungsingenieur bei Nexen Europe in Wemmel, Belgien.
Um die Verletzungsgefahr durch Bedienfehler oder mechanisches Versagen zu minimieren, sind Schutzeinrichtungen bei Konstruktion und Fertigung erforderlich. Funktionale Sicherheit nach der Maschinensicherheitsnorm ISO 13849-1 erfordert die Integration sicherheitsbezogener Komponenten. Die Norm umfasst ein System zur Kategorisierung des von einer Maschine ausgehenden Risikos sowie der Sicherheitsfunktionen zur Minderung dieses Risikos.
Oft wenden sich Konstrukteure an Hersteller von Antriebskomponenten, um eine schnelle und einfache Lösung zu finden – häufig erst nachdem sie von ihrem Kunden gefragt wurden, ob in ihrem Entwurf ausreichende Sicherheitsmaßnahmen umgesetzt wurden. Dann stehen sie unter Zeit- und Kostendruck. Denn in den späteren Phasen der Konstruktion ist es komplizierter, Sicherheitskomponenten zu integrieren, da der Spielraum für Änderungen am Entwurf deutlich eingeschränkt ist. Da bereits viele Komponenten validiert sind, ist der Bedarf an einer zertifizierten Sicherheitslösung von entscheidender Bedeutung!
Die Lösung für dieses Problem besteht darin, Sicherheit und Sicherheitskomponenten bereits zu Beginn der Konstruktionsphase zu priorisieren. Änderungen in letzter Minute sind immer schwierig und können zu Verzögerungen führen, da eine Neukonstruktion erforderlich ist, oder neue Komponenten und neue Lieferanten gefunden werden müssen. Nicht alle Konstrukteure sind mit umfassenden Maßnahmen zur Risikominderung und Risikoanalyse vertraut, was zu einer verspäteten Inbetriebnahme der Maschinen führen kann. Darüber hinaus müssen Komponenten, die nicht über das erforderliche Sicherheitsniveau verfügen, für bestimmte Situationen bewertet und zertifiziert werden. Diese Zertifizierungen werden von spezialisierten Unternehmen durchgeführt, was zusätzliche Kosten verursacht.
Steuerungssysteme, die für funktionale Sicherheit zertifiziert sind, bieten Maschinenbauern eine geprüfte Lösung für sicherheitsrelevante Konstruktionen. Komponenten mit zertifizierter funktionaler Sicherheit sind sofort einsatzbereit, da sie die Sicherheitsanforderungen bereits erfüllen, und erleichtern so die Arbeit des Konstrukteurs, des Endkunden oder des OEM.
Zertifizierte Motion-Control-Komponenten wie Servomotorbremsen, Schienenbremsen und Wellenbremsen von Nexen entsprechen der Sicherheitsnorm ISO 13849-1. Diese industriellen Bremsen der Reihe NexSafe werden an Maschinen zum Halten, Positionieren oder Not-Aus verwendet. Optionale Sensoren sorgen dafür, dass mit der empfohlenen Konfiguration die Kategoriesstufen B bis 4 der ISO 13849-1 und Leistungsstufen PLa bis PLe erreicht werden.
Durch die Auswahl solch zertifizierter Sicherheitskomponenten können Maschinenbauer sich auf die bereitgestellten Zuverlässigkeitsdaten verlassen und gleichzeitig die gewünschte Sicherheitsstufe erreichen. Denn Maschinensicherheit hat höchste Priorität und sollte bei der Konstruktion von Anfang an berücksichtigt werden.